Mobil in Weimar

Stadt unterschlägt massive Sicherheitsmängel in der präferierten Planung für den Sophienstiftsplatz

Laut der von den GRÜNEN Stadträten ange­forderten Sicher­heit­sau­dits beste­hen mas­sive Sicher­heit­sprob­leme in der Pla­nungsvari­ante 1, beson­ders für den Rad­verkehr. Als beson­ders ärg­er­lich wird dabei emp­fun­den, dass die Stadt in der Vorstel­lung der Pla­nungsvari­anten am 14.11.2018 nicht mit offe­nen Karten gespielt und die im Gespräch bere­its the­ma­tisierten Sicher­heit­srisiken für den Rad­verkehr in Vari­ante 1 herunter gespielt hat.

Im Gegen­satz dazu hat­te sich das zuständi­ge Refer­at der Stadt auf die Risiken der Vari­ante 2 für die Fußgänger konzen­tri­ert. Nach Ken­nt­nis der Sicher­heit­sau­dits stellt sich die Sit­u­a­tion den Beteiligten nun so dar, dass die Sicher­heits­be­denken für Fußgänger beim sog. ›Shared Space‹ eher ver­mutet wer­den und auch abstell­bar sind, während die Sicher­heit­sprob­leme bei der Ampel­lö­sung (Vari­ante 1) eine grundle­gende Umpla­nung der bish­eri­gen Vor­pla­nung erfordern.

Inzwis­chen mehrt sich lt. einem Artikel der Thüringer All­ge­meine auch Kri­tik seit­ens der FDP an der geplanten Ampel­lö­sung, weil diese mod­erne Verkehrs­pla­nungs- und Leit­möglichkeit­en nicht vernün­ftig auss­chöpft. Auch Radio Lotte berichtete.

Die grüne Stad­trats­frak­tion Weimar veröf­fentlichte dazu fol­gende Pressemel­dung:

Ampellösung gefährlich für Radverkehr

Gestern war der Sophien­s­tift­splatz noch ein­mal The­ma im Bau- und Umweltauss­chuss. »In den öffentlichen Debat­ten der ver­gan­genen Wochen ist von der Ver­wal­tung lei­der stets ver­schwiegen wor­den, dass auch die Ampel­lö­sung vor allem für den Rad­verkehr viele Gefahren birgt«, beklagt der stel­lvertre­tende Auss­chussvor­sitzende Jan Kreyßig (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN).

Erst eine Woche vor der entschei­den­den Stad­tratssitzung am 5.12. ist den Stadträt*innen auf Nach­frage das »Verkehrssicher­heit­sau­dit« zu den bei­den Vor­pla­nungs-Vari­anten vorgelegt wor­den. In diesem Audit wer­den sechs Gefahren­punk­te für Radfahrer*innen benan­nt, von »riskan­ten Fahrstreifen­wech­seln« über »Unfall­ge­fahr beim Rechtsab­biegen« bis hin zur »Gefahr von Fehlnutzung von Son­der­fahrstreifen«.

»Warum war immer nur von den Risiken der Shared-Space-Lösung die Rede, aber nie von den Gefahren der geplanten Verkehrs­führung durch die Lichtsig­nalan­la­gen?«, fragt Kreyßig. Auf Nach­frage im Bauauschuss habe die Ver­wal­tung angekündigt, diese Risiken in den weit­eren Pla­nun­gen zu beheben. Das ist aus Sicht der GRÜNEN aber nur durch eine fun­da­men­tale Neu­pla­nung der Rad­verkehrs­führung möglich, die zumin­d­est fraglich erscheint.

Das Sicher­heit­sau­dit bestätigt uns in der Auf­fas­sung, dass ein gemein­schaftlich genutzter Verkehrsraum die bessere Lösung für den Platz darstellt«, erk­lärt der Frak­tionsvor­sitzende Andreas Leps. Zumal die Lichtsig­nalan­la­gen ohne die derzeit noch vorhan­de­nen Drän­gel­git­ter ein regel­widriges Ver­hal­ten von Fußgänger*innen provozieren wür­den. »Und das ist bei ein­er Ampel­lö­sung viel riskan­ter als im Shared Space«, so Leps abschließend.